Abschlussbericht – Test – JUKI HZL-70

Nun ist es also schon soweit …

… die „kleine“ JUKI macht sich wieder auf den Rückweg zum NähPark Diermeier. Drei Monate durfte ich die JUKI HZL-70 jetzt auf Herz und Nieren testen und ich muss sagen, dass sie sich ganz gut geschlagen hat, obwohl es eine recht günstige Einsteiger-Maschine ist, die Ihr beim NähPark zur Zeit für nur 379,00 € bekommen könnt!

Hier einige Auszüge aus der Produktbeschreibung vom Nähpark:

„Verfügbar sind 70 Stiche und sechs automatische Knopflöcher. Das gewünschte Programm wird über zentral angeordnete Tasten gewählt und am Display der Nähmaschine angezeigt. Auch die Anpassung erfolgt über Auswahltasten: In der Länge können Stiche bis zu 4,5 Millimeter und in der Breite bis auf sieben Millimeter eingestellt werden. Auch für weitere Optionen stehen Tasten und Regler zur Verfügung (…).“

„Komfortabel wird die Arbeitsfläche der Nähmaschine mit LEDs ausgeleuchtet, so dass die Juki HZL-70 auch bei ungünstigem Umgebungslicht (…) genutzt werden kann. Eine Start-Stopp-Taste startet die HZL-70 alternativ zum Fußanlasser und hält sie an, gibt aber auch Hinweise, falls noch Einstellungen angepasst werden müssen.“

„Der Nähfußdruck lässt sich variabel einstellen, um dünne und dicke Stoffe gleichermaßen sorgfältig nähen zu können. In der Höhe sind zwei Stufen möglich – der maximale Nähfußlift beträgt zwölf Millimeter.“

„Wie es von einer modernen Nähmaschine erwartet wird, kümmert sich ein Transporteur um die gleichmäßige Stoffführung und rund geschlossene Textilien werden mit dem Freiarm der Juki genäht.“

„Eine robuste Kofferhaube (…) ist im Lieferumfang enthalten.“


Jetzt aber zu meinen letzten Tests:

Wer meinen zweiten Zwischenbericht >>hier<< gelesen hat weiß, dass ich mich schon daran versucht hatte mit der JUKI auch mal Sweat und Jersey zu nähen. Da meine Versuche bei Jersey nicht so wirklich überzeugend waren, Sweat aber, bei der richtigen Einstellung, ganz gut zu nähen ging, musste mein nächstes Projekt natürlich etwas aus Sweat sein.

Fünftes Projekt / Baby-Sweathose

– Annähen des Bündchens an die aufgesetzte Tasche:

Für das perfekte Nähen von Sweat ist bei der JUKI HZL-70 ein extra Overlockfuß im Zubehör enthalten. Das Wechseln des Nähfußes ist schnell gemacht.
Nähfuß anheben … den Hebel hinter dem Nähfuß drücken … schon fällt der Standardnähfuß herunter. Nun muss nur noch der Overlockfuß unterhalb des Nähfußhalters passend platziert werden und beim Senken des Nähfußhalters rastet dann der neue Nähfuß ganz automatisch ein.

Nun kann eigentlich genäht werden wie mit einer Overlock Nähmaschine, nur wird der Stoff am Rand natürlich nicht abgeschnitten, sondern ausschließlich an einer Kante entlang geführt.

Aber Achtung! Für die Versäuberung mit dem Overlockfuß sollte man nur die Sticharten 06 und 09 verwenden und die Stichbreite breiter als 0,5 einstellen.

So sieht die Naht am Bündchen dann von hinten aus. Ich finde sie ist sehr schön sauber geworden.

Und so von vorne:

– Fixieren der Tasche auf dem Vorderteil

Aufgenäht hab ich die Tasche dann wieder mit dem Standard Nähfuß und einem recht großen Zickzack Stich. Dabei muss auf jeden Fall der Nähfußdruck ganz niedrig eingestellt werden, da der Sweat sonst zu stark gedehnt wird und sich Wellen bilden.

Und auch diese Naht kann sich durchaus sehen lassen. Ein kleines bisschen wellt sie sich , aber ich denke das könnte man mithilfe des zusätzlichen Obertransportfuß (der separat erworben werden kann) noch reduzieren oder ganz verhindern.

– Seitennähte schließen / versäubern

Nun war wieder der Overlockfuß an der Reihe. Die Schritt- und Seitennähte mussten geschlossen und die Bündchen angenäht werden. Auch das war wieder kein Problem.

Einzig das leichte Wellen stört mich hier wieder. Allerdings ist das dann nach der ersten Wäsche verschwunden, da sich der Stoff im nassen Zustand wieder etwas zusammen zieht und dann hat man endlich die gewünschte glatte Naht!

Das Bauchbündchen hab ich dann mal zum Vergleich mit der Overlock angenäht …

… und ich finde da schneidet die JUKI gar nicht so schlecht ab. Vorausgesetzt man schneidet seine Schnittteile sauber zu, denn die Nähmaschine hat ja kein eingebautes Messer wie die OVI.

Und bevor ich die süße kleine Sweathose verschenkt habe, durfte sie noch eine Runde in der Waschmaschine drehen.

Danach waren tatsächlich die „Wellen“ der Nähte (die man auf dem oberen Bild noch sehen kann) verschwunden und die Hose sitzt perfekt!

Sechstes Projekt / Kunstleder-Wickelgürtel

Schnittmuster nähen Kleid Kelani Textilsucht 8

Und da ist es schon wieder … Kunstleder!

Ja, ich weiß … eigentlich wollte ich ja noch andere Materialien testen, aber das Kleid brauchte einen Gürtel! Und wenn die JUKI doch so schön Kunstleder vernäht, was liegt da näher als schnell einen schönen laaaangen Wickelgürtel zu nähen?

Das Kleid haben übrigens meine (bereits erwähnten) Nähmaschinen W6 Overlock und meine Babylock Coverlock Success C405 zusammen genäht und die JUKI hat mal ne kurze Pause bekommen.

Beim Gürtel kam dann tatsächlich nur der Zickzack-Stich zum Einsatz. Diese zwei Lagen Kunstleder sind natürlich gar kein Problem gewesen. Ein schöner gleichmäßiger Stich von einem Gürtelende zum anderen.
Ich empfehle allerdings die Oberfadenspannung ganz hoch zu drehen, da der Zickzack-Stich (wie vorher schon beschrieben) sonst auf der Rückseite nicht ganz so schön wird, denn je breiter der Zickzack wird umso mehr Oberfaden sieht man auf der „Rückseite“, die dann später ja beim Gürtel die „Vorderseite“ ist. Ist die Oberfadenspannung auf 9 wird der Oberfaden kaum mehr nach hinten gezogen.

Fazit

An diesem Punkt endet nun der Produkttest der JUKI HZL-70.

Ich hätte gerne noch viel mehr ausprobiert, vor allem den Knopflochfuß, aber durch die Sommerferien und unseren Wasserschaden im Wohn- / Nähzimmer bin ich dann leider etwas ausgebremst worden.

Hier kommt jetzt also meine Zusammenfassung:

Die JUKI HZL-70 ist meiner Meinung nach eine tolle Nähmaschine für Nähanfänger. Sie besitzt alle wichtigen Funktionen, die man benötigt um vor allem Webware zu vernähen und auch bei Sweat macht sie eine gute Figur. Einzig für das Nähen von Jersey würde ich sie nicht empfehlen.

Selbst bei mehreren Stofflagen gibt sie nicht gleich auf. Allerdings kommt sie dann an mehrlagigen Nahtstellen doch an ihre Grenzen und produziert zum Teil Fehlstiche. Schade auch, dass der Obertransportfuß nicht im Lieferumfang enthalten ist. Damit gelängen sicher noch viel bessere und sauberere Nähergebnisse.

Trotzdem würde ich die „kleine“ JUKI einem Nähanfänger klar empfehlen. Für den kleinen Preis ist das eine sehr gute Maschine. Und durch das kleine Display und die Schnellwahl-Knöpfe ist sie auch sehr leicht zu Bedienen.

Ich selbst habe allerdings gemerkt, dass mir diese Maschine zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr reichen würde, da ich seit einiger Zeit oft Taschen nähe, bei denen teilweise bis zu 6 Lagen Stoff/Kustleder/Canvas vernäht werden.
Außerdem möchte ich auch wieder vermehrt Patchen und Quilten und dafür benötigt man einfach einen größeren Durchlass und eine höhere Durchstichkraft beim Vernähen der vielen Lagen einer Decke.

Da aber auch meine alte „PFAFF tiptronic“ diesen gestiegenen Ansprüchen nun nicht mehr gerecht werden kann, bin ich gerade auf der Suche nach der perfekten Maschine für mich.
Was habt ihr denn so für Nähmaschinen? Und seid ihr damit zufrieden? Vielleicht könnt ihr mir ja bei meiner Entscheidung etwas helfen. Ich würde mich freuen!

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