Ein richtiger Blazer!

Schnittmuster:

Blazer ROYYA von BeLa

Manchmal muss man auch mal mutig sein und Dinge ausprobieren. Und plötzlich stellt man fest, dass es sich gelohnt hat!

Das ist nicht nur im Leben so, sondern auch beim Nähen.

Warum ich plötzlich Lebensweisheiten vom Stapel lasse? Na weil ich mir einen Blazer genäht habe, den ich wahrscheinlich in 100 Jahren nicht genäht hätte, wenn ich nicht im Stammteam von BeLa wäre. Und weil ich sonst nie erkannt hätte, dass ich mich wirklich richtig wohl darin fühle!

Die meisten gekauften Blazer sind einfach nicht meins. Irgendwie zu schick, passen nicht richtig oder sind ungemütlich. Aber das ist ja das Gute am Selbernähen … man kann sich Schnitt und Stoff genau so kombinieren, wie es zu einem passt!

Eigentlich hatte ich mir ja neulich (noch vor meinem Soffkauf-Stopp) einen wunderschönen Stoff bei BeLa-Stoffe und Schnitte bestellt, der perfekt gewesen wäre für den Blazer, nur hatte ich leider kein Bügelvlies da um ihn zu verstärken. Ohne hätte er nämlich definitiv zu wenig Stand gehabt. Deshalb musste eine andere Lösung her…

Ziemlich schnell kam ich dann auf den Gedanken den dünnen Wollwalk zu verwenden, den ich >> hier<< schon für meine Oversizejacke verwendet habe. Ich liebe die Jacke sehr und trage sie ständig, da lag es nahe den Stoff für ein weiteres Projekt zu verwenden. Außerdem hat der Walk genügend Standfestigkeit und braucht keine Verstärkung. So kann ich mir treu bleiben und muss nichts neues kaufen.

Auch von dem Futterstoff der Jacke war noch massig da, da musste ich also auch nichts besorgen. Nur den Beleg wollte ich unbedingt anders machen. Da wäre mir der dunkelblaue Baumwollstoff zu langweilig gewesen. Drum hab ich einen Stoffschatz herausgesucht, den ich eigentlich für kleine Täschchen verwenden wollte. Einen halben Meter blauen gemusterten Essex aus der Forage-Kollektion von Anna Graham aka Noodlehead.

Ich finde der passt perfekt dazu und macht das Kleidungsstück zu etwas besonderem. ♥

Nähen:

So einen Blazer zu nähen ist natürlich ein etwas größeres Unterfangen und geht nicht so schnell wie ein Pulli oder Shirt. Schon anhand des wirklich gigantisch großen Schnittbogens kann man erkennen, dass man wohl etwas mehr Zeit einplanen sollte. Hier war ich auch zum ersten Mal so richtig froh, dass man sich die Schnittmuster mittlerweile plotten lassen kann. So viel Platz zum Kleben hätte ich bei mir im Wohnzimmer gar nicht gehabt.

Auch das Nähen hat mich an manchen Stellen gefordert. Wichtig ist hier genaues Arbeiten [auch schon beim Zuschnitt], da sonst schnell mal was nicht passt. Glücklicherweise bin ich ziemlich pedantisch, wenn ich nähe und so hat eigentlich alles wunderbar geklappt. Einzig das finale Zusammennähen des Futters mit der Außenjacke hat mir etwas Kopfzerbrechen bereitet, dann aber doch hingehauen. Allerdings muss ich wirklich sagen, dass das kein Anfänger-Projekt ist. Eher was für Fortgeschrittene!

Ich hab hier übrigens die etwas legerere Form genäht. Wer mehr Taille möchte, kann ins Rückenteil noch zusätzliche Abnäher machen. Ich mag es aber lieber so lässig. Und da ich den Blazer eh nie geschlossen tragen werde, hab ich auch den optionalen Haken-Verschluss weg gelassen.

So sähe er dann im geschlossenen Zustand aus:

Im Schnittmuster sind übrigens drei verschiedene Längen enthalten. Ich hab [mit meinen fast 1,70 m] die mittlere Länge gewählt und finde sie genau passend.

Nur blöderweise hatte ich vor dem Zuschnitt die Ärmellänge nicht abgemessen, was zur Folge hatte, dass mir die Ärmel dann etwas zu kurz waren. Daraufhin hab ich vorne das Ärmel-Futter nochmal vom Ärmel getrennt und dazwischen ein Stück Essex-Stoff eingefügt. Nun kann ich den Ärmel sogar etwas hochkrempeln und der Aufschlag passt farblich zur Passe.

Und so find ich es jetzt eigentlich noch viel cooler! ♥

Aufgrund des festen und etwas dickeren Außenstoffes habe ich alle meine Nähte abgesteppt. In der Anleitung wird nur gebügelt, aber das hat hier nicht ausgereicht. Außerdem hab ich den ganzen Blazer einmal rundrum abgesteppt. Das gefällt mir einfach besser und war, wegen des Walks hier, auch nötig.

Einen weiteren Blazer wird es bestimmt irgendwann mal geben. Mal sehen was der Stoffschrank noch so hergibt. Aber vorher stehen noch einige andere Projekte auf der Liste. Allen voran die Jeans-Reste-Decke, die endlich fertig werden muss!

Stoffe:

Wollwalk (aus dem Secondhand-Laden)

Forage – Essex – Yarn Dyed – Roam in Midnight / by „Anna Graham“ for „Robert Kaufman Fabrics“

Bettwäsche von „IKEA“ (für das Futter)

Verlinkt bei DDDund Show me what you love.


2 Gedanken zu “Ein richtiger Blazer!

  1. Hey, der ist echt cool, den würde ich genau so nehmen! IKEA Bettwäsche als Futter – genial! Ist es Baumwolle? Passform leger finde ich dennoch recht schön figurbetont… LG Sarah

    1. Dankeschön Sarah,
      Ja stimmt, leger ist trotzdem schmal geschnitten. Nicht oversize, was ja grad ziemlich angesagt ist. Mit den Abnähern würde es halt hinten noch mehr am Rücken anliegen.
      Die Bettwäsche ist sehr flutschig. Gab´s mal hinterhergeworfen bei Ikea. Hatte zuerst nicht gesehen, dass das gar keine Baumwolle ist. Sollte eigentlich eine Rückseite für eine Patchworkdecke werden, aber dafür hab ich jetzt nen prima Futterstoff.
      LG Verena

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